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Der Nutzen der Podologie aus sportwissenschaftlicher Sicht

Ein gesunder Fuß bildet das Grundelement für den sportlichen Alltag. Ob in Ballsportarten, wie dem Fußball oder dem Tennis, oder auch bei dem Bewältigen eines Marathons, unsere Füße sind bei derartigen sportlichen Aktivitäten hohen Belastungen ausgesetzt.

Im Laufe eines Fußballspiels in der Bundesliga beispielsweise beläuft sich die zurückgelegte Distanz eines einzelnen Spielers auf bis zu 12 Kilometer. Gerade Sportarten, in deren Verlauf es zu häufigen Sprint- und Abstoppbewegungen sowie abrupten Richtungswechseln kommt, gehen mit hohen Belastungen der Füße einher, die das Körpergewicht um ein Vielfaches übersteigen können. Bereits beim Joggen lastet auf unseren Füßen ein Druck von bis zu 250 kg (Wickers 2010). Hieraus entstehen oftmals schmerzhafte Druckstellen oder kleinere Verletzungen an den Füßen, die zu der Entwicklung bestimmter Schonmuster führen können.

Das Einnehmen von Schonhaltungen und die Veränderung der Druckverteilung im Fuß ziehen dabei unter Umständen eine Überlastung der nicht betroffenen Strukturen nach sich. So besteht die Gefahr, dass zum Beispiel durch ein verändertes Abrollen infolge des Schmerzes eine ungünstige Belastung der Fußstrukturen erfolgt und das Auftreten von Krankheitsbildern, wie einem Fersensporn oder einer Achillessehnenentzündung, begünstigt wird. Zudem werden durch das Abweichen der Beinachse und die damit einhergehenden axialen Druckbelastungen die weiteren Gelenke der unteren Extremität, also das Kniegelenk und das Hüftgelenk, negativ beeinflusst. Hierdurch können bei dauerhafter ungünstiger Belastung schmerzhafte Veränderungen im Knie und in der Hüfte auftreten und das Verletzungsrisiko für die Sportler steigt. Belastet man beispielsweise vermehrt die Außenseite des Fußes aufgrund eines Hühnerauges am großen Zeh, kann dies bei langanhaltender Problematik zu der Ausprägung einer O-Beinstellung, welche besonders bei Fußballern häufig zu beobachten ist, führen. Dadurch wird die Innenseite des Knies stark belastet und das Auftreten von Folgeschäden an den Menisken oder am Knorpel gefördert. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, dass durch eine verstärkte Belastung des nicht betroffenen Beins die Ausprägung von Dysbalancen in der Beinmuskulatur gefördert wird.

Betrachtet man die Ausführungen von Impellizzieri und Kollegen aus dem Jahr 2007 liegt bei einer muskulären Asymmetrie zwischen den Beinen von mehr als 15% ein erhöhtes Verletzungsrisiko vor. Somit ist es für Trainer und Sportler sinnvoll, sich frühzeitig mit dem Thema der Podologie auseinanderzusetzen, um einen möglichen Risikofaktor für das Auftreten von Verletzungen und Leistungseinbrüchen eliminieren zu können.

Ob im Fußball, im Tennis, im American Football oder im Ausdauersport, das Aufrechterhalten der Gesundheit der Füße von Leistungssportlern ist ein fundamentaler Bestandteil in der Leistungsoptimierung und Betreuung von Athleten, der nicht vernachlässigt werden sollte.

 

Isabella Stumpf - Master of Science. Leistung, Training und Coaching im Spitzensport - März 2020